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Wall Street trotzt Zinsdrohung nach Arbeitsmarktdaten

Bloomberg Markets •
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Der globale Ausverkauf am Anleihemarkt erweist sich für die Wall Street nicht als Zerstörungskugel – die Kosten des Geldes werden neu bewertet, ohne die übliche Flucht aus risikoreichen Anlagen auszulösen. Der Freitag lieferte den jüngsten Test dieser Widerstandsfähigkeit. Ein stärker als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht versetzte den US-Staatsanleihen einen weiteren Schlag, da die Händler ihre Wetten verstärkten, dass die Federal Reserve auf der nächsten Sitzung am 16. September mit Zinserhöhungen beginnen wird. Der Dollar stieg erneut, und der S&P 500 schloss niedriger, obwohl es dem Index gelang, die Woche im positiven Bereich zu beenden. Auch der Nasdaq 100 beendete die Woche mit einem Plus.

Bemerkenswert ist, wie wenig von der Verwerfung den Anleihemarkt verlassen hat. Die Kreditprämien bleiben gedämpft, und der Abwärtsschutz bei risikoreichen Anlagen ist immer noch relativ günstig. Selbst der Stress in der Marktinfrastruktur war konzentriert: JPMorgan Chase & Co. stellt eine sich stark verschlechternde Liquidität bei US-Staatsanleihen fest, aber kaum vergleichbaren Stress bei Aktienindex-Futures oder Unternehmensanleihen-ETFs. Starkes Wachstum und Gewinne haben den Großteil der Isolierung geliefert.

„Die Finanzbedingungen bleiben locker, und die Kreditspreads bleiben bemerkenswert eng“, sagte Collin Martin, Leiter der Fixed-Income-Forschung und -Strategie im Schwab Center for Financial Research. „Die Unternehmen scheinen vom derzeitigen Niveau der Unternehmensfinanzierungskosten nicht allzu beunruhigt zu sein, wenn ihre Gewinne im Jahresvergleich um mehr als 20% wachsen.“ JPMorgan stellt eine ähnliche Entkopplung zwischen Preis und Verfügbarkeit von Geld fest: Die Kreditkosten sind gestiegen, aber die Kreditvergabe und Geldschöpfung sind nicht mit ihnen zurückgegangen.

Für Dan Suzuki, globaler Investmentstrategist bei i Capital, besteht die größere Gefahr in einer Beschleunigung. „Ein deutlich schärferer Anstieg würde die Anleger wahrscheinlich dazu zwingen, Risiken aggressiver zu reduzieren.“ Brad Conger, Chief Investment Officer bei Hirtle & Co., wies unterdessen auf eine schwächere Einstellung in den Bereichen Information und Finanzdienstleistungen sowie auf größere Stärke in den Bereichen Bau, Fertigung und Versorger hin. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Inflation: Eine weitere heiße Zahl würde das Argument für eine Zinserhöhung stärken.

Wichtige Einheiten: Unternehmen: JPMorgan Chase & Co., Schwab Center for Financial Research, i Capital, Hirtle & Co., State Street | Personen: Collin Martin, Dan Suzuki, Brad Conger, Sarah Hunt, Marvin Loh