Da KI-Agenten zunehmend Produkte empfehlen und kaufen, richten sich Marken nicht mehr nur an ein Publikum. Menschen bleiben wichtig, doch ein zweites Publikum aus Maschinen trifft Entscheidungen nach anderen Kriterien, manchmal bevor ein Mensch überhaupt eine Produktseite sieht. Gastautor Toby Coulthard, Chief Product and Growth Officer bei Jacquard, vertritt die Auffassung, dass Marken für beide Zielgruppen gleichzeitig optimieren sollten, statt sich allein auf den persönlichen Kontakt zu verlassen.
Der erste Schritt besteht darin, eine eigene Markenstimme zu definieren und schriftlich festzuhalten. In den meisten jungen Unternehmen existiert diese Stimme nur im Kopf des Gründers, was schlecht funktioniert, wenn Autor oder Leser eine Maschine ist. KI-Tools folgen expliziten Regeln und driften ohne sie ab. Marken sollten zudem Wörter dokumentieren, die sie nie verwenden, und Aussagen, die sie nie treffen, denn diese Instinkte erscheinen Teams oft so selbstverständlich, dass sie nie festgehalten werden.
Produktbeschreibungen verdienen besondere Aufmerksamkeit. In einer von Agenten vermittelten Welt sind sie womöglich die meistgelesenen Markentexte eines Unternehmens, denn Agenten stützen sich darauf, wenn sie entscheiden, was sie empfehlen oder kaufen. Zwei personalisierte Agenten können dasselbe Produkt mit leicht veränderten Beschreibungen unterschiedlichen Nutzern zeigen, daher muss die Ausgangsbeschreibung die Marke unversehrt transportieren. Marken sollten außerdem prüfen, wie KI ihre Botschaften über verschiedene Kanäle zusammenfasst.
Coulthard meint, Startups hätten einen Vorteil, weil sie diese Praktiken von Anfang an verankern können. Etablierte Unternehmen müssen dagegen jahrzehntealte Texte, Richtlinien und Freigabeprozesse nachträglich anpassen. Erfolg sollte an Konversionen und Umsatz gemessen werden statt an der Menge an Inhalten. So bleibt die menschliche Ausstrahlung erhalten, während die Marke gleichzeitig für Maschinen lesbar wird.
Quelle: Crunchbase News · Zusammengefasst von HeadlinesBriefing