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Gasspeicher in Europa auf Tiefststand seit 2011, kritischer Winter

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Europa steht vor seiner prekärsten Energielage seit 15 Jahren, da der Winter naht: Die Erdgasspeicher füllen nur 68 % der Kapazität — 12 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und der niedrigste Stand seit 2011. Die Gaspreise sind auf 80 Euro pro Megawattstunde gesprungen, 150 % höher als im Februar vor den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran. Zwar hat die Eurozonenwirtschaft während des Iran-Kriegs überraschende Resilienz gezeigt, doch Analysten warnen, dass sich dies rasch ändern könnte, falls kaltes Wetter Länder zwingt, die erschöpften Reserven anzuzapfen.

Italiens Speicher stehen bei 85 % Kapazität, Deutschland hinkt mit 56 % hinterher. Europa importiert wenig Gas direkt aus dem Nahen Osten, hängt aber stark von US-LNG-Lieferungen ab, die weltweit an den Meistbietenden gehen. "Wir haben nicht viel Spielraum für einen weiteren großen Schock", sagte Ángel Talavera, Chefvolkswirt für Europa bei Oxford Economics. Die Lage sei "ernst", aber "keineswegs katastrophisch".

Speicherbetreiber hatten im Sommer auf fallende Preise gesetzt, die sich nicht materialisierten, als der Konflikt sich hinzog. Die EZB hob kürzlich die Wachstumsprognosen an und verwies auf "größere als erwartete Resilienz", doch die Sorge bleibt, dass ein harter Winter die Gewinne zunichtemachen könnte — wie 2022, als Russlands Einmarsch in die Ukraine Fabrikstillstände und Milliarden an Staatshilfen erzwang.