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El Niño bedroht das globale Ernährungssystem

Financial Times Companies •
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Es war ein turbulentes Jahr für die globale Lebensmittelindustrie. Die Unterbrechung der Schifffahrt in der Straße von Hormus hat zu einem Anstieg der Preise für Düngemittel, Treibstoff und Speiseöl geführt. Der Ukraine-Krieg hat die Getreideexporte über das Schwarze Meer weiterhin beeinträchtigt, und Dürren und Waldbrände, die mit der globalen Erwärmung in Verbindung stehen, haben Ernten von Australien bis Europa versengt.

Nun droht ein sich verstärkendes El Niño – ein Klimamuster, das im tropischen Pazifik entsteht – die Belastungen für die Nahrungsmittelproduktion zu verschärfen. Alarmierende Prognosen des britischen Wetterdienstes Met Office deuten auf einen außergewöhnlichen Anstieg der Wassertemperaturen hin, möglicherweise das stärkste El Niño "seit Menschengedenken". Die Kaffee- und Kakaoproduktion in Westafrika und Südamerika ist Risiken ausgesetzt, während in Asien der Reisanbau durch schwächere Monsunregen bedroht ist.

Das Welternährungsprogramm warnt, dass die Zahl der akut von Nahrungsmittelunsicherheit betroffenen Menschen in gefährdeten Ländern bis Ende 2027 um ein Fünftel auf 274 Millionen steigen könnte. Analysten von JPMorgan schätzen, dass ein schweres El Niño die globale Nahrungsmittelinflation auf seinem Höhepunkt um etwa 0,7 Prozentpunkte erhöhen könnte, was Entwicklungsländer überproportional treffen würde. Die Panamakanal-Behörde plant außerdem, die täglichen Durchfahrten aufgrund fehlender Niederschläge zu begrenzen.

Das globale Ernährungssystem hat oft die schlimmsten Prognosen übertroffen, unterstützt durch agile Lieferketten und neue Agrartechnologien. Allerdings belasten Klimawandel und geopolitische Risse die Versorgung zwischen den Zyklen, und die globale Erwärmung könnte die Intensität der Klimaschwankung selbst erhöhen. Investitionen in Frühwarnsysteme, klimaresistente Nutzpflanzen, diversifizierte Lieferketten und internationale Zusammenarbeit bei Wetterdaten werden unerlässlich sein.

Wichtige Akteure: Unternehmen: JPMorgan, Panamakanal-Behörde | Personen: Roula Khalaf | Orte: Straße von Hormus, Schwarzes Meer, Australien, Europa, Westafrika, Südamerika, Asien