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Versagen eines Herzmedikaments schockiert Kardiologen

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Bis letzten Freitag glaubten Kardiologen, sie stünden an der Schwelle zu einer neuen Ära in der Behandlung von Herzerkrankungen. Drei Unternehmen führten große klinische Studien mit experimentellen Medikamenten durch, die den Spiegel eines Blutproteins, Lp(a), stark senken, von dem angenommen wird, dass es Herzinfarkte und Schlaganfälle verursacht. Als Novartis, das erste Unternehmen, das seine Studie abschloss, seine Ergebnisse bekannt gab, waren die Kardiologen schockiert. Das Medikament konnte den Lp(a)-Spiegel um 80 Prozent senken, verhinderte jedoch keine Herzinfarkte und Schlaganfälle.

„Hier gibt es etwas, das wir nicht verstehen“, sagte Dr. John Alexander, Kardiologe an der Duke. Etwa 20 Prozent der Amerikaner haben erhöhte Lp(a)-Werte; Menschen mit den höchsten Werten können ein doppeltes oder dreifaches Risiko für einen Herzinfarkt haben. Doch das Scheitern warf eine unbequeme Möglichkeit auf: Vielleicht ist Lp(a) keine Ursache, sondern ein Marker für das Risiko von Herzerkrankungen.

„Das ist die nagende Frage, die wir alle abwägen“, sagte Dr. David Maron, Präsident der American Society for Preventive Cardiology. Einige Forscher sind nicht bereit, die Hypothese zu verwerfen, und schlagen andere Erklärungen vor, wie die Testung der falschen Patienten oder eine unzureichende Senkung. Die vollständigen Daten werden auf der Tagung der American Heart Association im November vorgestellt.

„Wir haben noch viel zu lernen“, sagte Dr. Sadiya Khan von der Northwestern University. Dr. Harlan Krumholz von Yale wies darauf hin, dass hohe Lp(a)-Werte genetisch bedingt und festgelegt sind, sodass eine Senkung im Erwachsenenalter zu spät sein könnte.

Wichtige Entitäten: Unternehmen: Novartis, American Heart Association | Personen: Dr. John Alexander, Dr. David Maron, Dr. Sadiya Khan, Dr. Daniel Rader, Dr. Harlan Krumholz | Orte: Duke, Northwestern University’s Feinberg School of Medicine, University of Pennsylvania, Yale