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Siegmund nahe an Regierungsamt in Deutschland

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Während der Coronavirus-Pandemie begann ein wenig bekannter deutscher Landtagsabgeordneter mit optimistischem Redefluss und telegenem Lächeln auf TikTok gegen Pandemie-Regeln zu wettern. Er beklagte sich über Masken, Impfungen und andere Regierungsauflagen, die er für "verrückt" hielt, und zog mit seinen Videos Millionen Zuschauer an, indem er einen affablen Ton nutzte, um eine anti-etablierte Botschaft zu vermitteln. Nun hat dieser Abgeordnete, Ulrich Siegmund, seine Online-Popularität genutzt, um näher an die Macht zu rücken als jeder andere rechtsextreme Politiker in Deutschland seit dem Ende der NS-Ära 1945.

Herr Siegmund, 35, ehemaliger Lufterfrischer-Verkäufer, ist der Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt, einem Land in Ostdeutschland, wo die Partei bei der Landtagswahl am Sonntag voraussichtlich Platz eins belegen wird. Wenn die Partei, bekannt unter ihrem deutschen Kürzel AfD, eine absolute Mehrheit gewinnt, wird Herr Siegmund der erste rechtsextreme Politiker sein, der seit der Wiederbegründung der Demokratie vor fast acht Jahrzehnten ein deutsches Land regiert.

Das wäre ein konvulsiver Moment für Deutschlands nachkriegszeitliches politisches System, das nach dem Zweiten Weltkrieg so konzipiert wurde, um Politiker, die als extremistisch gelten, jemals an die Macht zu lassen. Für das politische Establishment in Berlin ist die Partei von Herrn Siegmund ein Außenseiter. Der Inlandsgeheimdienst hat sie als "Verdachtsfall Extremismus" eingestuft, einen Vorwurf, den sie als politisch motiviert zurückweist.

Dennoch hat Herr Siegmund, sagen Experten, Wähler in Sachsen-Anhalt gewonnen durch seine Fähigkeit, die harten Positionen der Partei in einem zugänglicheren und optimistischeren Ton zu präsentieren als viele seiner AfD-Kollegen, ohne sich von Extremisten zu distanzieren.