HeadlinesBriefing favicon HeadlinesBriefing.com

Apples Vertrauensprämie im KI-Zeitalter

Financial Times Companies •
×

Das neue faltbare iPhone startet bei 1.999 US-Dollar und setzt damit einen neuen Preismaßstab für Apple-Handys. Dennoch wird die Apple-Aktie mit dem 36-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, eine Prämie, die seit den frühen Wachstumstagen des iPhone nicht mehr zu sehen war. In diesem Sommer hielt Apple einen nachhaltigen Bewertungsabstand zu Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia und Meta.

Unter den Magnificent Seven weist nur Tesla ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis auf, aufgebläht durch niedrige Gewinne. Historisch war Apples Multiple durch Befürchtungen hinsichtlich der Dominanz von Telefonen und langsames Wachstum gedrückt. Der Markt erwartet weiterhin ein hohes einstelliges Gewinnwachstum, das langsamer ist als das der Peers.

Das Unternehmen sieht sich einer Inflation der Inputkosten und einer Verlangsamung des Dienstleistungswachstums gegenüber. Dennoch bleibt die Bewertung bestehen, angetrieben vom Wunsch der Investoren nach Technologieaktien, die gegen KI-Konzentrationsrisiken abgeschirmt sind. Wie der UBS-Analyst David Vogt feststellt, ist Apple antizyklisch, wenn die KI-Begeisterung hochkocht.

Apple hält sich aus dem Kampf um KI-Capex-Ausgaben heraus und bietet einen Zufluchtsort. Über die Vermeidung von KI-Risiken hinaus verkauft Apple Vertrauen in einer datenarmen Welt. Datenschutz bleibt ein Grundpfeiler des Verkaufsarguments, wobei der frühere CEO Tim Cook immer wieder Versprechen zur Datensicherheit bekräftigte. Der aktuelle CEO John Ternus hielt diese Haltung beim Launch des neuen Telefons aufrecht. „Apple Intelligence“ läuft lokal und nutzt bei Bedarf eine verschlüsselte private Cloud, im Gegensatz zu Wettbewerbern, die „[Ihre] Daten als etwas betrachten, das gesammelt werden muss“.

Diese Vertrauensstrategie hat enorme Loyalität gefördert; iPhone-Nutzer wechseln nur selten die Marke. Im KI-Sektor fehlt Vertrauen auffällig. Unternehmen von Google bis OpenAI und Anthropic konnten keine Rechenschaftspflicht etablieren.

Bis diese Unternehmen harte Zusagen machen, die Apples Datenschutzversprechen gleichen, werden Vertrauen – und gerechtfertigte Bewertungen – für den KI-Handel schwer greifbar bleiben.