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Klimaanlagen in Italien bei Rekordhitze gefragt

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Inmitten von Rekordtemperaturen steigen die Italiener immer mehr auf Klimaanlagen um, trotz langjähriger kultureller Widerstände. Domenico Rizzo, ein 40-jähriger Bäcker in Sizilien, widerte jahrelang gegen die Installation von Kühlgeräten, aus Angst vor Atemwegserkrankungen und Muskelkrämpfen. Vor drei Jahren gab er nach und verwendete eine Wandklimaanlage hauptsächlich, um seine Bäckerei zu entfeuchten, nicht um sie zu kühlen, und stellte fest, dass kalte Luft das Brot austrocknet. Zu Hause verlässt er sich nun nachts auf die Klimaanlage, um sich von der Ofnarbeit zu erholen, obwohl er immer noch beschwert, dass der Luftstrom Schmerzen in Schultern und Nacken verursacht.

Über Generationen hinweg sahen Italiener Klimaanlagen als gesundheitliche Bedrohung, glaubten, dass “colpo d’aria” — ein Schlag kalter Luft — Krämpfe, Kopfschmerzen und Mandelentzündungen verursachen könne. Dennoch zeigen Regierungsstatistiken, dass der Anteil der Haushalte mit Klimaanlagen 2024 auf 56 Prozent angestiegen ist, gegenüber unter 30 Prozent im Jahr 2013. In Sizilien ist die Adoption noch höher, mit etwa 75 Prozent der Haushalte, die nun gekühlt werden, im Vergleich zu einem Drittel vor zehn Jahren. Die steigenden Augusttemperaturen, die um mehr als 10 Prozent angestiegen sind, haben diese Entwicklung angetrieben.

Medizinische Experten, einschließlich Giovanni Leoni von der Nationalen Föderation der italienischen Ärzte, erkennen den physischen Unbehagen durch schnelle Temperaturschwankungen an, raten jedoch zur Mäßigung. Die Aufrechterhaltung von Räumen bei etwa 78 Grad Fahrenheit und das Vermeiden direkter Luftblitze kann Krämpfe und Sinusprobleme verringern. Wie Emilia Pisciotto, eine 65-jährige Barinhaberin, zugibt, wurde die Hitze “außergewöhnlich”, was zur Abhängigkeit von Systemen führte, die früher abgelehnt wurden. Die brutale Realität unermüdlicher Hitzewellen hat eine Kultur grundlegend verändert, die sich früher auf offene Fenster und Ventilatoren stützte.

Wichtige Entitäten: Personen: Domenico Rizzo, Emilia Pisciotto, Giovanni Leoni | Standorte: Sizilien, Agrigento, Italien