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Seglerinnen fordern Geschlechterbarrieren heraus

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Clarisse Crémer stillte ihr zwei Monate altes Kind, als France's Banque Populaire ihren Vertrag für das Vendée Globe 2024 kündigte und Mutterschutz als Ausschlussgrund nannte. Darauf folgte ein öffentlicher Aufruhr. "Es hatte einen enormen emotionalen Einfluss auf mich", sagt Crémer, die später neue Sponsoring bekam und am Rennen teilnahm. Sie stellt fest, dass Seglerinnen als "ein bisschen zu glücklich" wahrgenommen werden und als "böse Frauen" etikettiert werden, wenn sie sich äußern.

Der Skandal macht die anhaltenden Geschlechterbarrieren deutlich. Trotz Fortschritten seit den Aberglauben des 19. Jahrhunderts, die Frauen als "Unglück" bezeichneten, ergab eine Umfrage von The Magenta Project, dass mehr als zwei Drittel der 2.500 Befragten das Ungleichgewicht der Geschlechter als erheblich ansehen. Die Repräsentation von Frauen im Segeln bleibt gering: 28% im The Ocean Race 2022-23 und 15% im Vendée Globe 2024.

Die Profiseglerin Nikki Henderson, die jüngste Skipperin der Clipper Race, sagt, Segeln "lebe immer noch im finsteren Mittelalter". Sie erinnert sich an die ständige Prüfung: "Du willst nicht einmal im geringsten Fehler machen." Die vierfache Ocean-Race-Teilnehmerin Abby Ehler beschreibt "Training auf Eierschalen".

Die Lohnungerechtigkeit besteht weiter — weibliche Befragte verdienen 29% weniger pro Jahr. Die Schweizer Seglerin Elodie-Jane Mettraux verließ 2024 Alinghi Red Bull Racing und verwies auf nicht tragfähige finanzielle Bedingungen. Victoria Low von The Magenta Project betont, dass kultureller Wandel mehr weibliche Bootseignerinnen erfordert, da Segeln weiterhin privat kontrolliert ist.