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Europäische Aktienmarktreform: Fusionen und Liquidität

Financial Times Companies •
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Europäische Aktienmärkte stehen vor Liquiditätsherausforderungen bei halbem US-Handelsvolumen. Bei Aktienhandel auf 35 Börsen und über 40 Handelsplattformen schafft Fragmentierung Kosten und Komplexität, obwohl professionelle Trader über einen Bildschirm auf alle Märkte zugreifen. Euronext-Chef Stéphane Boujnah hat Forderungen nach einer "Großen Bang"-Fusion mit dem Rivalen Deutsche Börse neu entfacht und argumentiert, dass die Zusammenlegung von Börsen wie Paris und Amsterdam die Investorenhorizonte über Heimatmärkte hinaus erweitern würde. Größere Börsen könnten auch in überlegene Technologie investieren, um mit alternativen Handelsplattformen zu konkurrieren. Laut Oliver Wyman machen diese Alternativen derzeit 70 Prozent des europäischen Aktienhandels aus gegenüber 45 Prozent in den USA. Ein fusionierter Ansatz würde den Zugang für US-Investoren, die Diversifikation jenseits der tech-zentrierten Märkte suchen, vereinfachen und erforderte nur ein neues Regelwerk für den Zugang zu zahlreichen europäischen Unternehmen. Nahtloser Handel erfordert jedoch die Zusammenlegung nicht nur von Handelssystemen, sondern auch von Clearing- und Settlement-Infrastruktur. Aktuell zahlt ein deutscher Investor mehr für Clearing beim Kauf italienischer Aktien als inländischer, wobei die europäischen Post-Trade-Kosten potenziell doppelt so hoch wie in den USA sein könnten. Während der Traum einer "Capital Markets Union" mit blockweitem Standard fern bleibt, würden selbst wenige Fusionen die Liquidität und Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Finanzmärkte verbessern.

Schlüsselentitäten: Unternehmen: Euronext, Deutsche Börse, Cboe Europe, Oliver Wyman, New Financial; Personen: Roula Khalaf, Stéphane Boujnah; Orte: Europa, Paris, Amsterdam, Deutschland, Italien, USA