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Dolly Partons ländliches Kirchenerbe

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Jahrelang besuchte Mary Berry eine kleine baptistische Kirche im ländlichen Kentucky, wo ihre Familie seit Generationen Landwirtschaft betrieb. Sie unterrichtete in der Sonntagsschule, brachte Essen zu Potlucks und diente als Diakonin neben einem Hausmeister, einem Pächter und einem Arzt. Jeder kannte jeden, und Differenzen wurden nicht diskutiert. Doch als die lokale Wirtschaft in den frühen 2000er Jahren litt, litt auch die Gemeinde. Streitigkeiten entbrannten über kulturelle und politische Themen, ein Pastor wurde wegen gleichgeschlechtlicher Ehe abgesetzt, und Frau Berry ging.

"Als ich älter wurde und begann, den Verlust der zusammenhängenden Agrarkultur zu sehen, in der ich aufwuchs, begann ich zu erkennen, was wir wirklich verloren: jene Art von Versammlung, wo allerlei Menschen als Gleichberechtigte zusammenkamen", erinnerte sich Frau Berry, Tochter des Dichters und Farmers Wendell Berry. "Es war nicht perfekt, aber verdammt gut."

Sie sprach Tage nach dem Tod von Dolly Parton, die durch kleine ländliche Kirchen in Appalachia geprägt wurde. Seit ihrem Tod in Nashville mit 80 Jahren strömten Tributes von konservativen Süd-Baptisten und progressiven Unitariern gleichermaßen. Viele betrauerten nicht nur die Künstlerin, sondern eine Christin, die einen idealisierten südlichen Glauben verkörperte — volkstümlich, unprätentiös, zentriert in kleinen ländlichen Gemeinden.

Diese kleinen Kirchen "sind sehr ortsgebundene, tief verwurzelte Institutionen", sagte Jessie Wilkerson, Historikerin an der University of Tennessee. Frau Partons Lebenszeit sah Megachurches intime Gemeinden ersetzen. Etwa jeder dritte protestantische Kirchgänger besucht nun Kirchen mit 1.000+ wöchentlichen Besuchern. Große Kirchen mit mehreren Standorten haben kleinere Gemeinden belastet. Ihr Großvater war Pastor des House of Prayer im Sevier County, Tennessee. Sie sang mit 6 im Chor, wurde mit 12 im Little Pigeon River getauft. Ihr Glaube durchdrang unzählige Songs trotz Spannungen zwischen Gott, Musik und Sex. "Das ländliche südliche Christentum schien viel wärmer als heute", sagte Russell Moore von Christianity Today. "Die Leute wussten, wann jemand krank war." Aber er warnte vor Idealisierung: "Die Schattenseite stützte oft schreckliche Sünden wie Jim Crow."

Schlüsselentitäten: Personen: Dolly Parton, Mary Berry, Wendell Berry, Jessie Wilkerson, Russell Moore, Anthea Butler | Orte: Kentucky, Nashville, Tennessee, Sevier County, Little Pigeon River, Knoxville, Mississippi, Appalachia