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Der wahre Preis des Öls: Futures vs Spot

Financial Times Companies •
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Der Begriff eines einzigen Ölpreises ist zunehmend veraltet. Futures-Verträge, einst als "der Preis" angesehen, weichen heute stark von den Kosten physischem Rohöl ab. Brent-Futures repräsentieren nur 60-70% der im Asien angekommenen Rohölmasse, ehemals 90%, und nur 50% der Dieselpreise.

Historisch beträgt die durchschnittliche Spanne zwischen Brent-Spot und Futures $1/barrel, dieses Jahr aber bereits fast $8 und im September über $20, was die Fehlfunktion der Futures beim Abbild der echten Marktbalancen unterstreicht. Die Transportkosten sind explodiert — bis zu zehnfach seit dem Iran-Krieg — und treiben die Kosten für das Anlegen atlantischem Rohöl in Asien auf fünffach der Vorkriegsniveau. Der Fluss durch den Hormusstraß ist auf etwa 11 Millionen Barrels/Tag zurückgegangen, während die Gesamtabflüsse aus dem Nahen Osten aufgrund begrenzter Schiffslager und längerer, komplexerer Routen immer noch 2,5 Millionen Barrels unter dem Vorkriegsniveau liegen.

US-Politik-Rhetorik hat Händler vom Halten langfristiger Positionen abgehalten, während Schiff-zu-Schiff-Um Transfers, heute der Haupttreiber des Hormus-Durchsatzes, die Frachtraten auf Rekordhöhen gestoßen haben. Gleichzeitig haben globale Raffinengkapazitätermangel, ukrainische Schläge auf russische Raffinerien und Schließungen exportorientierter Raffinerien im Nahen Osten die Preise für Benzin, Kerosen und Diesel auf historische Höchstwerte getrieben, wobei Produkte nun bei doppelt so hohen Rohölwerten gehandelt werden — ein unvorhersehbarer Wandel.

Quelle: Financial Times Companies · Zusammengefasst von HeadlinesBriefing