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China zensuriert Tibet-Flut-Infos, kontrolliert Opferzahlen

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Die chinesischen Behörden schwenkten nach den tödlichen Himalaya-Fluten vergangene Woche schnell von der Katastrophenhilfe auf Informationskontrolle um, zensierten soziale Medien und drängten Staatsjournalisten, ihre Berichterstattung an die offiziellen Opferzahlen anzupassen. Wer die offizielle Todeszahl in Frage stellte, sah sich mit "Verwaltungsstrafen" konfrontiert, Bußgeldern bis zu 150 Dollar oder bis zu zehn Tagen Haft, und China wies ausländische Berichterstattung, die Tibet mit Nepal verglich, als "bösartige Spekulation" zurück.

Das Vorgehen verdeutlicht zwei Herausforderungen für Chinas Kommunistische Partei: Tibets lange Geschichte von Autonomie-Protesten und die Schwierigkeit, Informationen zu kontrollieren, wenn das Nachbarland Nepal Dutzende internationale Journalisten willkommen hieß. "Bei diesem Fall, selbst wenn die chinesische Seite Informationskontrolle hat, kommt auf der nepalesischen Seite viel Information heraus," sagte Xiao Qiang, Chefredakteur von China Digital Times. "Das lässt die chinesische Regierung fühlen, dass die Kontrolle der Informationen rund um dieses Ereignis schwieriger ist."

Tibet, in den 1950er Jahren von Peking annektiert, verbietet ausländischen Journalisten die Einreise abseits offizieller Touren. Staatsmedien zeigten Trauerzeremonien im Kreis Gyirong mit Beamten und Rettungskräften, die People's Daily lobte Kadern, die "alle Gefahren trotzten". Bilder von Toten oder trauernden Familien fehlten.

Die Fluten töteten mindestens 987 in Nepal und 16 in Tibet, mit rund 4.000 Vermissten in Nepal und 546 in Tibet laut chinesischen Staatsmedien. Außenministeriumssprecher Guo Jiakun bestand darauf, die Informationsfreigabe sei "öffentlich, transparent und zeitnah" gewesen, während Cybersicherheitsbeamte 10 Fälle in fünf Provinzen gegen Nutzer verfolgten, die nicht autorisierte Opferzahlen veröffentlichten.

Schlüsselentitäten: Unternehmen: China Digital Times, People's Daily | Personen: Xiao Qiang, Guo Jiakun | Orte: Tibet, Nepal, Kreis Gyirong, Himalaya, Peking, China