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Twiggy mit 77: Londons Ikone der 1960er lebt ihr bestes Leben

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Als die 16-jährige Lesley Hornby im Jahr 1966 entdeckt wurde, machte ihr dünner Körperbau, Sommersprossen, blonder Pixie-Schnitt und dichte künstliche Wimpern sie sofort zur Sensation. Umbenannt in Twiggy, unterschied sie sich von sinnlichen, oberen Klassen-Modellen wie Jean Shrimpton — sie stammte aus der Arbeiterklasse, ihr Vater war Zimmermann, und bei einer Größe von 5 Fuß 6 Zoll (ca. 168 cm) war sie klein und kindlich wirkend. „Mädchen aus Arbeiterfamilien wurden keine Modelle“, sagte Twiggy, die mittlerweile fast 77 Jahre alt ist, kürzlich im Bottino-Restaurant in Manhattan. Dennoch verkörperte sie Londons Jugendbewegung und Mod-Szene, ihr Gesicht startete den Boom bei Kosmetika, Kleidung und Lunchboxen.

Ein neuer Dokumentarfilm der Regisseurin Sadie Frost mit dem Titel „Twiggy: Die Frau hinter dem Ikone“, der diesen Monat in den USA erscheint, verfolgt ihre 60-jährige Karriere über das Modeling hinaus. Nach vier Jahren Zusammenarbeit mit Fotografen Barry Lategan, Cecil Beaton, Bert Stern, Richard Avedon und Helmut Newton wandte sie sich dem Film zu. Ken Russell besetzte sie 1971 als Hauptrolle in „The Boy Friend“ neben Christopher Gable und Tommy Tune, wodurch sie zwei Golden Globes erhielt. Später trat sie auf der Londoner Bühne auf, nahm Alben auf, entwarf Modelinien und erhielt eine Tony-Nominierung für „My One and Only“ aus dem Jahr 1983, wiederum mit Tune.

Frosts Film zeigt, wie Twiggy mit eindringlichen Menschenmengen, lasziven Talkshow-Hosts und einem herablassenden Jugendinterview mit Woody Allen umgeht — den sie überraschte, indem sie seine Frage nach seinem „lieblenden Philosophen“ ihm zurückgab. Ihre Gelassenheit, sagt sie mit Tränen in den Augen, kommt von ihrem Vater Norman: „Papa wurde mein Fels, wenn Mama ins Krankenhaus musste“, in Anspielung auf Nell Hornbys Probleme mit der psychischen Gesundheit. Das Altern stört sie nicht: „Ich verbringe nicht viel Zeit damit, darüber nachzudenken, wie ich aussehe“.