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Marlon James: 'Die Verschwundenen' konfrontiert persönliche Wahrheit

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Zu Beginn der Vorabkopien seines neuen Romans 'Die Verschwundenen' gibt Marlon James eine klare Warnung aus: 'Diesmal ist es persönlich.' Dieses 600-seitige Epos stützt sich auf reale Ereignisse aus James' Leben und zeigt Schwulenbashings, Gewalt und Mord. 'Ich lese Romane nicht, um sicher zu sein', sagte James in einem aktuellen Interview. 'Ich lese Romane, um erregt zu werden, um Angst zu haben, um gebildet zu werden, um erschrocken zu werden — ehrlich gesagt, um entsetzt zu sein.'

James, 55 Jahre alt, wuchs schwul und im Schrank in Kingston während der 1970er bis 1990er Jahre auf, einer Zeit, in der Jamaika Homosexualität ablehnte. Das Schreiben wurde sein Zufluchtsort vor Mobbing und half ihm, Kontakt zu Klassenkameraden aufzunehmen, die ihn früher gemobbt hatten. Nach dem Studium der Literatur an der University of the West Indies arbeitete er als Texter und Kunstleiter, bevor er zur Belletristik zurückkehrte. Sein erster Roman, 'John Crow's Devil', wurde 2005 veröffentlicht.

'Die Verschwundenen', veröffentlicht am Dienstag von Riverhead, erstreckt sich über zwei Jahrzehnte in fünf Abschnitten. Zentral für die Geschichte ist ein brutaler Angriff in den 1980er Jahren in Kingston, bei dem eine Menge eine schwule Theaterprobe zerstörte. Danach begannen die Überlebenden zu verschwinden, was Fragen nach Gerechtigkeit und Überleben aufwirft.

'Der Roman handelt davon, welchen Preis man schließlich und tagtäglich zahlt, für den einfachen Akt, sich selbst zu sein', sagte James. Er lebt derzeit in Williamsburg, Brooklyn, mit seinem Partner, dem Biografen Nicholas Boggs.