Am Donnerstag jährt sich zum fünften Mal der Tag, an dem Manchester United bekanntgab, dass Michael Carrick als Cheftrainer bleibt, doch nach seiner bislang schlimmsten Nacht im Amt ist die Stimmung kaum zum Feiern. Eine 4:1-Niederlage in Como machte Carrick, wie er selbst sagte, „wütend“ und offenbarte Gräben im Team, da Kapitän Bruno Fernandes den taktischen Plan kritisierte.
United hat den schlechtesten Saisonstart der Premier-League-Geschichte hingelegt, und die demütigende Niederlage in Europa bedeutet, dass man nun seit sieben Spielen in allen Wettbewerben ohne Sieg ist. Das ist ein scharfer Einbruch nach der starken Schlussphase der vergangenen Saison, die den Klub dazu bewog, Carrick bis 2028 zu verpflichten.
Die Wurzeln des Problems liegen im Sommer. United gab 163 Millionen Pfund aus, weniger als die aufgestiegenen Vereine Hull City und Ipswich Town und weniger als sieben andere Premier-League-Klubs. Der Fokus lag auf dem Mittelfeld, doch Linksverteidiger und Mittelstürmer wurden nicht verstärkt. Lisandro Martínez kritisierte den Klub ebenfalls dafür, den Kader nicht weiter verstärkt zu haben, und richtete seinen Frust gegen den Technischen Direktor Jason Wilcox. Carrick konnte den Kader nicht entscheidend verbessern, um sowohl der Champions League gewachsen zu sein als auch den dritten Platz der vergangenen Premier-League-Saison zu übertreffen.
Auch die Fitness bereitet Sorgen. Ein kräftezehrender WM-Sommer, eine größere Belastung und Andeutungen, dass das Vorbereitungstraining weniger intensiv gewesen sei, ließen die Alarmglocken schrillen. Die fehlende Intensität ist ein zentrales Problem von United, denn in sechs der sieben Premier-League-Spiele wurde das Team läuferisch übertroffen. Carrick brachte es so auf den Punkt: „Wenn du nicht nach hinten läufst, wirst du nicht gewinnen.“ Auch der Verlust von Fernandes wiegt schwer: In seinen letzten neun Spielen für United war er an nur einem Tor direkt beteiligt.
Quelle: Sky Sports Champions League · Zusammengefasst von HeadlinesBriefing