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U-Bahn-Tod offenbart Verlassenheitskrise

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Am 1. Mai 2023 starb Jordan Neely, ein 30-jähriger schwarzer Mann, der obdachlos war und an einer psychischen Krankheit litt, nachdem Daniel Penny, ein weißer ehemaliger Marine von Long Island, ihn in einem Wagen der New Yorker U-Bahn in einen Würgegriff genommen hatte. Der Vorfall wurde augenblicklich zu einem Rorschach-Test: War Penny ein Held oder ein Selbstjustizler? War Neely ein Opfer oder eine Bedrohung? Drei Jahre später argues der Autor Anand Giridharadas, dass der Fall eine gemeinsame amerikanische Verfassung offenbart – das Verlassensein.

Neely war seit dem Mord an seiner Mutter, ebenfalls durch Nackenkompression, durch gescheiterte Institutionen gezogen, und seine Zeit als Michael-Jackson-Imitator endete, als die psychische Krankheit die Oberhand gewann. Staatsanwältin Dafna Yoran stellte fest, dass Neely „verlangte, gesehen zu werden“. Pennys Anwälte argumentierten, er habe gehandelt, weil „die Regierung nicht da war“ und die Polizei nicht reagierte.

Passagiere sagten aus, sie hätten sich hilflos gefühlt, und ein 911-Anrufer flehte: „Könnt ihr jemanden herbringen? Weil er euch Gerechtigkeit widerfahren lässt.“ Dieses Gefühl – dass Macht und Schutz irgendwo anders existieren als dort, wo man ist – definiert den aktuellen politischen Moment in unterschiedlichen Phänomenen.