Gilbert Bigio, Haitis erster Milliardär und Industrieller, starb mit 91 Jahren in Florida am 29. September. Seine Holdinggesellschaft, BGO (ehemals GB Group), dominierte Haitis Wirtschaft durch Stahl, Öl, Konsumgüter und Hafenlogistik.
Die Familie bleibt ein Schlüsselspieler unter Haitis wirtschaftlicher Elite. Im Dezember 2022 sanktionierte Kanada Bigio und zwei weitere Geschäftsleute wegen des alleged Unterstützung bewaffneter krimineller Banden durch Geldwäsche und Korruption. Experten bezeichneten die Sanktionen als weitgehend symbolisch.
Bigio besaß einen Mercedes Maybach im Wert von 132.000 US-Dollar, der aus dem Nachlass von Jeffrey Epstein stammte, was den starken Kontrast zwischen Elitenreichtum und weit verbreiteter Armut in Haiti unterstrich. Der ehemalige Leiter der Zentralbank, Fritz Alphonse Jean, kritisierte den fehlenden sozialen Verantwortungsbewusstsein in den Operationen von BGO. Der IWF stellte fest, dass Banden oft mit der Elite zusammenarbeiten, um oligarchische Interessen zu schützen.
Da Banden 70 % von Port-au-Prince und den Hauptstraßen kontrollieren, argumentieren Experten, dass Bigios geschäftlicher Erfolg untrennbar mit bewaffneten Akteuren verbunden war. Kanada hatte ihn zuvor bereits sanktioniert, und sein Tod markiert das Ende eines umstrittenen Erbes.
Quelle: New York Times Business · Zusammengefasst von HeadlinesBriefing