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Warez: Infrastruktur und Ästhetik der Piraterie

Hacker News •
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Wenn die meisten Menschen an Piraterie denken, denken sie an Bittorrent und The Pirate Bay. Diese öffentlichen Erscheinungsformen verbergen ein elitäres weltweites, unterirdisches, organisiertes Netzwerk von Piratengruppen, die sich darauf spezialisiert haben, Medien – Musik, Videos, Spiele und Software – vor ihrem offiziellen Verkaufsdatum zu beschaffen und dann gegeneinander anzutreten, um das Material kostenlos zu veröffentlichen.

Warez: Die Infrastruktur und Ästhetik der Piraterie ist das erste wissenschaftliche Forschungsbuch über diese Untergrund-Subkultur, die in der Vor-Internet-Ära in Bulletin Board Systems entstand und Mitte bis Ende der 1990er Jahre auf Internet-File-Transfer-Protocol-Server („Topsites“) umzog. Die „Scene“, wie sie bekannt ist, ist in fast allen Aspekten ihrer Operationen hochgradig illegal. Der Begriff „Warez“ selbst bezieht sich auf raubkopierte Medien, eine Ableitung von „Software“.

Tief in die von der Scene selbst produzierten dokumentarischen Beweise eintauchend, beschreibt Warez die Operationen und Infrastrukturen einer Untergrundkultur mit eigenen Normen und Teilnahmeregeln, eigenen Formen der Sozialität und eigenen künstlerischen Formen. Obwohl Formen der digitalen Piraterie oft in ideologischen Begriffen des gleichberechtigten Zugangs zu Wissen und Kultur gefasst werden, deckt Eve in der Warez Scene eine Kultur des wettbewerbsorientierten Rankings und der Überbietung auf, die mit den oft communalistischen Interpretationen der Piraterie im Widerspruch steht.

Breit im Umfang und neu in seinem Ansatz, ist Warez unverzichtbare Lektüre für jeden, der an den jüngsten Entwicklungen in der digitalen Kultur, dem Zugang zu Wissen und Kultur und den Infrastrukturen, die unser digitales Zeitalter unterstützen, interessiert ist.