HeadlinesBriefing favicon HeadlinesBriefing.com

Der einhändige Rückhand im Tennis steht kurz vor dem Aussterben

New York Times Top Stories •
×

Der einhändige Rückhand, der einst die Anmut des Tennises verkörpert wurde — exemplarisch durch Roger Federer — verschwindet aus dem professionellen Spiel. Bei den US Open nutzen nur zwei Männer und zwei Frauen unter den Top 50 diesen Schlag, womit erstmals seit 1877 kein Spieler mit einhändigem Rückhand ein Grand-Slam-Halbfinale erreicht hat. Moderne Technologie — Graphitschläger und Polyester-Saiten — erzeugt extremen Topspin, wodurch die Ball auf Schulterhöhe prallt, wo ein zweihändiger Griff eine bessere Kontrolle bietet.

Aufschlaggeschwindigkeiten über 150 mph erfordern zudem die Stabilität beider Hände für defensive Rückgaben. Die Ausbildungswege der Trainer verstärken diesen Wandel; Federer bemerkte, dass die meisten Trainer heute den zweihändigen Rückhand lehren, da dieser weniger Schulterrotation und Handgelenkskraft erfordert. Obwohl diese Entwicklung zu einem kraftvolleren und athletischeren Baselinienpiel geführt hat, argumentieren Kritiker, dass sie die Künstlerlichkeit geopfert hat. Lorenzo Musetti, derzeit Weltranglistenplatz 14, wird als der beste verbleibende Praktiker des einhändigen Rückhands zitiert, dessen Spiel an „ein langsameres und schöneres Spiel“ erinnert.