HeadlinesBriefing favicon HeadlinesBriefing.com

Andy Burnham: Das katholische Politikermodell, das die USA brauchen

New York Times Top Stories •
×

Andy Burnham, der neue Premierminister Großbritanniens, verkörpert genau die Art katholischer Politiker, die Amerika braucht. Obwohl er katholisch erzogen wurde und während seiner Führung der mittel-links Labour Party selten die Messe besuchte, bleibt Mr. Burnhams Katholizismus zentral für seine Führung, ausgerichtet auf das Gemeinwohl statt auf Kulturkriege.

"Die katholische Soziallehre bildet das Fundament meiner Politik," sagte er. Er plädiert für den Übergang von einer Vertrauenskrise zu einer "Kultur der Begegnung," einem Zitat von Papst Franziskus. Dieser Ansatz — eine "gesunde Verhandlungskultur," die niemanden zurücklässt — fehlt seit Jahrzehnten in der amerikanischen Kirche und Politik. Seit Jahrzehnten ist die US-katholische Politik eher ein Schlachtfeld als eine Suche nach Gemeinsamkeiten.

Katholische Politiker wie Al Smith in den 1920ern und R. Sargent Shriver in den 1960ern konzentrierten sich einst auf soziale Gerechtigkeit. In jüngerer Zeit fokussierten sich Katholiken auf spaltende Themen, wobei US-Bischöfe Abtreibung als "vorrangige Priorität" bezeichneten. Prominente Politiker, darunter Vizepräsident JD Vance, streiten mit dem Papst über Theologie.

An dem Tag, an dem Mr. Burnham sein Amt antrat, besuchte er ein Obdachlosenzentrum in London, das von Kardinal Basil Hume gegründet wurde, und versprach anschließend in der 10 Downing Street, Obdachlosigkeit zu beenden. Seine Wurzeln liegen im Norden Englands, zwischen Manchester und Liverpool, wo katholische Arbeiterklasse-Diskriminierung erlebten und Margaret Thatchers neoliberale Politik erfuhren.