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Yara startet in NL erstes grenzüberschreitendes CCS-Projekt Europas

Financial Times Companies •
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Diese Woche wurde in den Niederlanden ein neues Projekt zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung mit großem Tamtam gestartet. Doch es kann die Herausforderung der Dekarbonisierung der europäischen Schwerindustrie nicht verbergen, schreibt Ian Johnston. Die EU will Kohlenstoffabscheidung und -speicherung nutzen, um schwer elektrifizierbare Schwerindustrien zu dekarbonisieren, mit dem Ziel, bis 2030 50 Mio. Tonnen CO2-Injektionskapazität in der EU zu haben.

Der Düngemittelkonzern Yara startete in den Niederlanden an seinem Standort Sluiskil in Zeeland Europas erstes grenzüberschreitendes Kohlenstoffabscheidungs- und -speicherprojekt: 800.000 Tonnen pro Jahr Kohlendioxid, das bei der Ammoniakproduktion entsteht, werden vor Ort abgeschieden und nach Norwegen zur Injektion unter den Meeresboden transportiert. Yara sagt, das Speicherprojekt entspreche 0,5 Prozent der Emissionen der Niederlande. Ministerpräsident Rob Jetten sagte, das Land habe "Potenzial mit seinen leeren Gasfeldern in der Nordsee", um viel mehr Kohlenstoff zu speichern, was auf beträchtlichen Appetit für die Technologie hindeutet.

Aber die 800.000 Tonnen machen nur eine kleine Delle in Yaras 15,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent-Emissionen 2025. Kohlenstoffabscheidung erfordert auch Milliarden an Subventionen zum Start. "Dieses Northern-Lights-Projekt hätte ohne massive staatliche Unterstützung gar nicht erst stattfinden können," sagte Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre. Da der Kohlenstoff außerhalb der EU gespeichert wird, trägt das Projekt nicht zum CCS-Ziel des Blocks bei. Klimakommissar Wopke Hoekstra sagte: "Klar ist, dass dieses [Ziel] ein Kraftakt ist, aber gleichzeitig beginnt es mit genau solchen Leuchtturmprojekten." Klimaaktivisten kritisierten die Technologie als Ablenkung von anderen Lösungen wie Elektrifizierung durch erneuerbaren Wasserstoff. Doch die Wasserstoff-Euphorie ist wegen hoher Kosten verflogen. "Grüner Wasserstoff erfordert massive Mengen erneuerbarer Energie, und die ist schlicht nicht zu einem attraktiven Preis verfügbar," sagte Svein Tore Holsether, CEO von Yara.

Rund die Hälfte der europäischen Bürger glaubt, die Zukunft des Kontinents sei in Gefahr, laut einer heute veröffentlichten Studie des European Council on Foreign Relations, die ein düsteres Bild des öffentlichen Vertrauens zeichnet. Eine Gruppe von App-Entwicklern wirft der Europäischen Kommission mangelnde Transparenz vor, wie sie Apples neue Regeln für App-Entwickler gehandhabt hat, schreibt Barbara Moens. Kontext: Brüssel verhängte letztes Jahr eine Strafe von 500 Mio. Euro gegen Apple und ordnete eine Überprüfung der App-Store-Regeln an, nach einer Untersuchung, ob der US-Tech-Riese App-Entwickler daran hinderte, Nutzer zu Angeboten außerhalb seiner Plattform zu leiten.