Als Manchester United 2008 seinen letzten der drei Champions-League-Pokale in die Höhe stemmte, spielte Como in der Serie D, einer von neun halbprofessionellen Regionalligen. Am Mittwoch zeigte der Serie-A-Klub im regnerischen, aber malerischen Giuseppe-Sinigaglia-Stadion am Ufer des Comer Sees, wie weit er gekommen ist. Der 4:1-Kantersieg über den englischen Verein unter dem progressiven Trainer Cesc Fàbregas deutete darauf hin, dass der europäische Neuling die Mannschaft aus Old Trafford überflügelt hat, und das deutlich. United ist nun seit sieben Pflichtspielen ohne Sieg, zum ersten Mal seit 2015.
Im Zentrum von Fàbregas' Mannschaft steht der brillante Nico Paz, der 2024 von Real Madrid verpflichtet wurde. Er traf zweimal und bereitete einen weiteren Treffer vor. Seit Anfang September war der 22-jährige, in Teneriffa geborene argentinische Nationalspieler an mehr Toren beteiligt als jeder andere Serie-A-Spieler in allen Wettbewerben. Seine Leistung brachte ihm neun Torbeteiligungen in acht Spielen, vier Tore und fünf Vorlagen. Außerdem ist er der jüngste Argentinier, der seit Lionel Messi im April 2009 gegen den FC Bayern München an drei Toren in einem einzigen Champions-League-Spiel beteiligt war.
Für Como ist dies der bisher spektakulärste Sieg seit Beginn des Projekts. Ein Mitarbeiter sagte, es sei zweifellos die bedeutendste Nacht der Vereinsgeschichte gewesen. Die Stadt hat knapp über 83.000 Einwohner, sodass 90 Prozent der Bewohner ins San Siro passen würden, und ein neuer Fanshop verkauft nun Merchandising-Artikel. Noch vor wenigen Jahren wäre das in der Serie D undenkbar gewesen. Fàbregas führte die Mannschaft in der Saison 2025/26 auf Platz vier, und in den fünf Spielzeiten seit seinem Wechsel als Spieler ist Como von der Serie B in die Champions League aufgestiegen.
Offene Fragen bleiben. Manche fragen sich, wie Como die Finanzregeln der UEFA einhalten kann, die der europäische Fußballverband trotz des raschen Aufstiegs des Klubs nicht ändern will. Die Vereinsführung sagt, die Bücher seien in Ordnung. Drei Viertel der 12.300 Plätze des Stadions sind unüberdacht und waren während der Partie starkem Regen ausgesetzt. Für Fàbregas besteht die Herausforderung darin, den bisherigen Weg zu feiern, ohne dass seine Spieler sich auf den Lorbeeren ausruhen.
Quelle: BBC Sport Football · Zusammengefasst von HeadlinesBriefing